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Interreligiöse Erziehung
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Im Mittelpunkt interreligiöser Erziehung stehen Lernprozesse, die sich "zwischen" (inter) Angehörigen verschiedener Religionen
ereignen. Deshalb sprechen einige Autoren von interreligiösem Lernen statt interreligiöser Erziehung. Dieses Lernen vollzieht
sich im gesamten Leben einer Tageseinrichtung, zum Beispiel bei der Planung des Speiseplans oder der Gestaltung eines Festes.
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Kinder sollen in ihrer Religion eine Beheimatung finden und durch die Begegnung mit fremden Religionen Unterschiede und Gemeinsamkeiten
entdecken. Kinder erkennen auf diese Art das Spezifische der eigenen Religion und lernen, Wertschätzung den Angehörigen der
fremden Religion entgegenzubringen.
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Zu einer religiösen Beheimatung gehören bestimmte Vollzugsformen wie Rituale oder Gebete. Kinder, aber auch Eltern anderer
Religionen werden als Gäste eingeladen und können so "fremde Religion" authentisch erleben, wenn sie sich dazu entschließen,
der Einladung zu folgen. Um dies umsetzen zu können, muss man jedoch mit Vertretern anderer Religionen zusammenarbeiten.
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Damit interreligiöses Lernen gelingen kann, brauchen alle Beteiligten den Willen zum Dialog und - zumindest die Erzieherinnen
- neine Kompetenz, die G. Jakubeit Fremdheitskompetenz nennt. Dazu gehört beispielsweise, das Fremde weder auszugrenzen noch
zu vereinnahmen, sondern es zuerst einmal auszuhalten, die eigenen Vorurteile wahrzunehmen und sie zu verändern und zu unterscheiden,
ob Konflikte sozial, kulturell oder religiös begründet sind.
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Wenn Erzieherinnen mit dieser Kompetenz handeln, ermöglichen sie "Lernen am Modell" sowohl für die Kinder als auch für die
Eltern. Dieses Lernen ist oft wichtiger, als bestimmte Inhalte zu vermitteln.
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Werner Gatzweiler
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