Verband Kath. Tageseinrichtungen für Kinder (KTK)- Bundesverband e.V. - Mein Gott - Dein Gott - Kein Gott? Dokumentation des Erzieherinnenkongresses 2008

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Kongress: Mein Gott - Dein Gott - Kein Gott?
Kongress: Mein Gott - Dein Gott - Kein Gott?
Kongressdokumentation

"Mein Gott - Dein Gott - Kein Gott?"
Dokumentation des Erzieherinnenkongresses 2008

In Kindertageseinrichtungen begegnen sich Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Prägungen. Für ein respektvolles Miteinander ist dabei der Dialog zwischen den Kulturen und den Religionen unerlässlich. Diese Herausforderung wirft viele Fragen auf, die während des Kongresses "Mein Gott - Dein Gott - Kein Gott?" in Vorträgen, Workshops und Foren erörtert wurden.

Die Veranstaltung fand am 1. Oktober 2008 in Frankfurt statt. Sie wurde vom KTK-Bundesverband und der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder (BETA) in Zusammenarbeit mit Universität Tübingen durchgeführt und von der Stiftung Ravensburger Verlag finanziell unterstützt. Die Beiträge des Kongresses finden Sie in der Reihenfolge des Tagungsprogramms in dieser Internet-Dokumentation.

AUFTAKT

Worin liegen die zentralen Anliegen des Kongresses und warum ist der Dialog zwischen den Kulturen und Religionen bereits in Kindertageseinrichtungen unerlässlich? Antworten auf diese Fragen wurden während des Auftakts in der Begrüßung und in den Grußworten skizziert.

Begrüßung

Herr Hohl
Pfarrer Georg Hohl, Vorsitzender der BETA, während seiner Eröffnungsrede des Kongresses.

Die Frage nach Gott nicht ausklammern
"Eine streitbare, aber friedensfähige Zivilgesellschaft braucht auf allen Stufen des Bildungssystems den interreligiösen und interkulturellen Dialog." Mit dieser Aufforderung eröffnet Pfarrer Georg Hohl, Vorsitzender der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder (BETA) den Kongress und begrüßt stellvertretend für die Veranstalter die über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland.

Eröffnungsrede Pfarrer Georg Hohl


Grußworte


Hess-Maier
Dorothee Hess-Maier: Die Vorsitzende der Stiftung Ravensburger Verlag bei ihrem Grußwort.

Unverkrampft über Kirchenglocken und Moscheen diskutieren
Mit ihrem Engagement tritt die Stiftung Ravensburger Verlag für gegenseitige Toleranz von Kindern und Erwachsenen im Kita-Alltag ein. In ihrem Grußwort unterstreicht die Vorsitzende der Stiftung, Dorothee Hess-Maier, um welche Verpflichtung es dabei geht: "Je solider der Grundstein ist, der in Kitas für Toleranz und Integration gelegt wird, desto unverkrampfter wird man zukünftig über Kirchenglocken, Moscheen, Kopftücher, Kruzifixe und ähnliche Themen diskutieren und entscheiden."

Grußwort Frau Hess-Maier

Preisübergabe
Sebastian Heiser (rechts im Bild) bei der Preisverleihung. Das Mitglied der Geschäftsleitung von Private Wealth Management, Deutsche Bank AG zeichnet den Kongress als ?Ort im Land der Ideen? aus.


Toleranz ist die einzige Arznei
2006 haben Bundesregierung und Wirtschaftsunternehmen die Initiative "Deutschland - Land der Ideen" gegründet. An 365 Tagen im Jahr wird jeweils ein Ort ausgezeichnet, hinter dem sich ein innovatives und ideenreiches Konzept verbirgt. Das Projekt "Mein Gott - Dein Gott - Kein Gott?" erhält während des Kongresses diese Auszeichnung. In seinem Grußwort begründet Sebastian Heiser, Mitglied der Geschäftsleitung von Private Wealth Management, Deutsche Bank AG, diese Würdigung.

Grußwort zur Preisverleihung

























IMPULSE

Welche Unterstützung und welches Wissen brauchen Erzieherinnen, um ihre interkulturelle und interreligiöse Kompetenz auszubauen? Antworten auf diese Fragen geben die einführenden Vorträge des Kongresses.


"Mein Gott - Dein Gott - Kein Gott?"
Anstöße für die Praxis in Kindertageseinrichtungen

Vortrag

Biesinger-Schweitzer
Professor Dr. Albert Biesinger (links im Bild) und Professor Dr. Friedrich Schweitzer: Die Tübinger Theologen bei der Vorstellung der Ergebnisse ihrer Forschungsergebnisse .

Anke Edelbrock, Albert Biesinger und Friedrich Schweitzer von den Lehrstühlen für evangelische und katholische Religionspädagogik an der Universität Tübingen haben zum Thema "Interreligiöse und interkulturelle Bildung in Kindertageseinrichtungen" geforscht. In ihrem Vortrag stellen die drei Wissenschaftler die Ergebnisse ihrer Studien vor und umschreiben Chancen, aber auch Herausforderungen, die das Thema umreißen.

Vortrag


Gemeinsames stärken - aus Unterschieden lernen
Muslime im Kindergarten: Erwartungen, Herausforderungen, Lösungsansätze

Vortrag

Missiri
Dunja el Missiri: Die Muslima unterrichtet Islamische Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten.

Muslimischen Eltern ist es wichtig, dass ihre Kinder im Kindergarten Werte vermittelt bekommen, die teilweise auch mit islamischen Normen in Verbindung gebracht werden können. Welche Erwartungen sie noch haben, und welche Herausforderungen sich damit an katholische und evangelische Kindertageseinrichtungen stellen, beschreibt die Lehrabgeordnete des Fachs Islamische Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten in ihrem Vortrag.

Vortrag






EINBLICKE

In den Workshops und Foren wurden die vielen Facetten des Kongressthemas aufgegriffen. Es wurden Fragen erörtert, die sich aus dem pädagogischen Alltag von Erzieherinnen und Erziehern heraus ergeben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten Impulse für eine gelingende interkulturelle und interreligiöse Arbeit, die gleichzeitig dazu beitragen, das trägerspezifische Profil ihrer Kindertageeinrichtung zu schärfen.



Interkulturell und interreligiös.
Ein gelingendes Beispiel aus der Praxis

Karin Bauer
Evangelischer Landesverband - Tageseinrichtungen für Kinder in Württemberg e.V., Stuttgart

Die Evangelische Kindertagesstätte Martinskirche in Stuttgart arbeitet seit vielen Jahren "interkulturell". Auf welche Eckpunkte es dabei ankommt, zeigt die Präsentation von Karin Bauer.

Das Andere darf anders sein.
Die drei Buchreligionen als Grundlage einer Kindertageseinrichtung

Sylvia Schliebe
Gescher e.V. Kita Gescher, Rottenburg am Neckar

Das ist ungewöhnlich: Die Kindertageseinrichtung des Gescher e.V. arbeitet auf der Grundlage gemeinsamer ethischer Werte der abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Was sich konkret hinter diesem Konzept verbirgt, und wie es entwickelt wurde, können Sie im Beitrag von Sylvia Schliebe nachlesen.

Nur das gemeinsame sehen reicht nicht aus.
Wertekonflikte und religiöse Gastfreundschaft

Joachim Dietermann
Zentrum für Bildung der Evangelischen Kirche für Hessen-Nassau, Frankfurt

Johanna Wittmann
Evangelische Akademie im Saarland

Wertekonflikte treten im interkulturellen Alltag von Kindertageseinrichtungen auf. Wie können diese Konflikte bewältigt werden, ohne dass spezifische Profil verloren geht? Welche Rolle spielt dabei in kirchlichen Kindertageseinrichtungen die Gastfreundschaft, wie lässt sich diese gestalten und wo hat sie ihre Grenzen? Antworten auf diese Fragen enthält der Beitrag von Joachim Dietermann und Johanna Wittmann.

Das ist unser Plus!
Kirchliche Kindertageseinrichtungen in einer multikulturellen Gesellschaft

Bruni Stegmayer
Kinderhaus Carlo Steeb, Tübingen

Was bieten kirchliche Kindertageseinrichtungen Kindern und Familien? Worin liegt ihr Mehrwert in einer multikulturellen Gesellschaft? In ihrem Beitrag stellt Bruni Stegmayer das Konzept ihres Kinderhauses vor und beschreibt darin die Ziele und Leitlinien ihrer Arbeit.

Was muss ich wissen, was hilft mir weiter?
Weiterbildungsangebote zur interkulturellen Kompetenz

Professor Matthias Hugoth
Katholische Fachhochschule Freiburg

Monika Benedix
Bundesverband Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder (BETA), Berlin

Monika Benedix und Matthias Hugoth skizzieren in ihrem Beitrag zehn Leitlinien für die Praxis der interreligiösen Bildung, aus denen sie notwendige Kompetenzen für die interkulturelle Arbeit von Kindertageseinrichtungen ableiten. Ein paar Tipps darüber, wo und wie man sich diese Kompetenzen aneignet, runden den Vortrag ab.

Richtungsweisend.
Interreligiöse Arbeit in den Bildungsplänen und im Qualitätsmanagement der Verbände

Pia Franke
Kirchliche Elementarpädagogik am Katholischen Büro Bayern, München

Was bedeutet interreligiöse Erziehung und nach welchen Kriterien lassen sich
interreligiöse Bildungsprozesse beurteilen? In ihrem Impuls gibt Pia Franke Antworten
auf diese Fragen.

Im Dialog.
Muslimische Eltern in der Kindertageseinrichtung

Rabeya Müller
Zentrum für islamische Frauenforschung und Frauenförderung, Köln

Das Gespräch mit muslimischen Eltern setzt Hintergrundwissen voraus. Rabeya Müller beschreibt die Gottesvorstellungen von Musliminnen und Muslimen, erläutert deren Spiritualität und stellt am Ende ein paar Fragen, die Erzieherinnen und Erzieher für sich beantwortet haben sollten, um einen für alle Seiten zufriedenstellenden Dialog führen zu können.
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Ob wir Dich Gott, Adonoi oder Allah nennen.
Religionen begegnen sich - die Arbeit der Abrahamischen Teams

Petra Kunik
Schriftstellerin und Pädagogin, Frankfurt

Naime Cakir
Beauftragte für den interreligiösen Dialog und Frauenbeauftragte der Islamischen Religionsgemeinschaft in Hessen, Frankfurt

In den Abrahamischen Teams treffen sich jüdische, christliche und muslimische Menschen und sprechen über ihre jeweilige Religion. Als Team gehen sie in Schulen, und diskutieren mit Schülerinnen und Schülern und fördern auf diese Weise den interreligiösen Dialog.
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KESS - erziehen: Beziehung stärken.
Religiöse Bildung bei Kindern ab zwei Jahren fördern

Simone Marienfeld/Sabine Schäfer
Berlin

Die Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung (AKF) e.V. in Bonn hat den Elternkurs "Kess erziehen: Staunen - fragen - Gott entdecken" entwickelt. Im Beitrag von Simone Marienfeld und Sabine Schäfer wird dieser Kurs mit seinen Inhalten beschrieben und in Beziehung zur Arbeit von Kindertageseinrichtungen gesetzt.
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Was darf ich? Was muss ich?
Rechtliche und pädagogische Aspekte interreligiöser Erziehung

Dr. Anke Edelbrock, Professor Albert Biesinger, Professor Friedrich Schweitzer
Universität Tübingen

Auf der Grundlage konkreter Fragen von Erzieherinnen und Erziehern aus Kindertageseinrichtungen informieren Anke Edelbrock, Albert Biesinger und Friedrich Schweitzer in ihrem Beitrag über die Bedeutung von Klarheit und Transparenz in der interreligiösen Erziehung.

Singen macht Freu(n)de
Neue Kinderlieder zu den vielen Farben Gottes

Eugen Eckert/Peter Reulein
Frankfurt

Im Forum wurde viel gesungen. Die Lieder und vor allem die Atmosphäre in dieser Dokumentation wiederzugeben ist schwierig. Zu finden sind im Beitrag von Eugen Eckert und Peter Reulein deswegen Hinweise auf Informationsquellen, die weiterführen.


VERABSCHIEDUNG


In ihrem Schlusswort fasst die stellvertretende Vorsitzende des KTK-Bundesverbandes, Irmgard Frieling aus Münster, ihre persönlichen Eindrücke vom Kongress zusammen.

Schlusswort



Weitere Bilder vom Kongress finden Sie in der Bildergalerie (wird in den nächsten Tagen freigeschaltet).

Bildnachweis:
Kurt Helmuth Eimuth/Jan Rottler im KTK-Archiv

Links:

Universität Tübingen: Projekt "Interkulturelle und interreligiöse Bildung in Kindertagesstätten":
http://www.kita-interreligioes.de/aktuelles.htm

Stiftung Ravensburger Verlag:
http://www.ravensburger.de/web/Stiftung__3245371-3245411.html

Deutschland, Land der Ideen:
http://www.land-der-ideen.de/CDA/ort_des_tages,1987,1,,de.html?action=detail&id=3731

Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder:
http://www.beta-diakonie.de/