Projekt

Demokratie leben

Demokratie und Vielfalt in Kitas

2017_07_04_Unterzeichnung Demokratie lebenDr. Ralf Kleindiek (zweiter von links) mit den Kooperationspartnerinnen und -partnern. Für den Deutschen Caritasverband (DCV) und den Bundesverband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) unterzeichnete Domkapitular Clemens Bieber (links) die Vereinbarung.© BMFSFJ

Demokratieförderung beginnt bereits in Kindertageseinrichtungen. Deswegen legt das Bundesfamilienministerium mit einem neuen Teilbereich des Bundesprogramms "Demokratie leben!" den Fokus auf frühkindliche Demokratiebildung und Extremismusprävention. Am 4. Juli 2017 wurde in Berlin im Beisein von Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, die Kooperationsvereinbarung für das Projekt Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung unterzeichnet. Der KTK-Bundesverband war durch seinen Vorsitzenden, Domkapitular Clemens Bieber, vertreten. Kooperationspartner sind die in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) zusammengeschlossenen Verbände sowie die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ). Der KTK-Bundesverband ist einer der Projektpartner und vertritt den Deutschen Caritasverband.

Drei Arbeitsschwerpunkte

Der KTK-Bundesverband startet das Projekt Mitte September 2017 mit zwei neuen Mitarbeitern. Während der Projektlaufzeit bis Ende 2019 werden pädagogische Fachkräfte und Träger darin gestärkt, Kitas als Orte der demokratischen Beteiligung, der gleichwertigen Vielfalt und des gesellschaftlichen Engagements gegen Ausgrenzung und Ungleichheit weiterzuentwickeln. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit auch mit den Caritasverbänden. Im Mittelpunkt der Projektinitiative stehen drei Arbeitsschwerpunkte, zu denen Strategien sowie Unterstützungsleistungen entwickelt werden:

Für eine Kultur des Miteinanders - Kitas gegen Ausgrenzung und gegen Ungleichwertigkeit

Kinder und Eltern mit unterschiedlichsten kulturellen und religiösen Hintergründen, in verschiedensten Familienformen, mit vielfältigen sozialen Hintergründen und mit individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten kommen in Kitas zusammen. Die pädagogischen Fachkräfte und Träger stehen vor der Herausforderung, Vielfalt konstruktiv zu gestalten, für gemeinsame Wertvorstellungen einzutreten und sich entschieden für die Einhaltung der Menschenrechte einzusetzen. Dabei besteht die gesellschaftliche Chance, bereits zu einem frühen Zeitpunkt Kinder, Eltern und das Umfeld der Kita für Ausgrenzungen zu sensibilisieren und aktiv gegen Diskriminierungen vorzugehen. Dies bezieht sich auch auf die Frage der Integration von Kindern und Familien mit Fluchterfahrungen sowie auf die zunehmenden rechtspopulistischen Strömungen innerhalb unserer Gesellschaft, durch die eine Ideologie der Ungleichwertigkeit und eine Abgrenzung von allem Fremden forciert werden.

Für eine Kultur des Mitgestaltens - demokratische Kompetenzen von Kindern stärken

"Jedes Kind hat das Recht auf eine eigene Meinung und darauf, diese dort einzubringen, wo über seine Belange befunden wird." Diese Bestimmung der UN-Kinderrechtskonvention in Artikel 19 bildet für das Projekt Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung eine wesentliche Orientierung. Die daraus ableitbaren Rechte auf Partizipation und Mitbestimmung sind eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Kinder demokratische Kompetenzen erwerben. Während der Laufzeit des Projekts werden Unterstützungsleistungen für die pädagogischen Fachkräfte entwickelt, die dazu beitragen, dass das Recht von Kindern auf Partizipation und Mitbestimmung mit den Zielen und dem pädagogischen Alltag in Kitas übereinstimmen.

Für eine Kultur des demokratischen Engagements - die Eigeninitiative von Eltern mit verschiedenen ethnischen und kulturellen Hintergründen im Sozialraum unterstützen

Demokratie als fundierter Wert unseres politischen Systems beinhaltet das Recht auf Teilhabe an der Gestaltung der eigenen Lebensbedingungen. Die Wahrnehmung und Ausübung von Teilhaberechten setzt Eigeninitiative und Demokratie-Kompetenzen voraus, neben der politischen Urteilsfähigkeit auch die Fähigkeit, selbstständig und wirksam zu handeln. Um das Engagement und die Eigeninitiative von Eltern zu fördern und zu unterstützen, ist die sozialräumliche Arbeit von Kitas weiterzuentwickeln beziehungsweise auszubauen.