Der Newsletter bietet aktuelle Informationen zu den Projektthemen für das fachliche Netzwerk und die Praxis. Er wird in unregelmäßigen Abständen per Mail verschickt. Wenn Sie ihn erhalten wollen, schicken Sie bitte eine kurze Mail an eva.konstanzer@caritas.de. Ältere Ausgaben finden Sie am Ende der Seite.

8. Newsletter vom 6.12.2018

Inhaltsverzeichnis

1. Informationen aus dem Projekt
2. Fachinformationen
3. Veranstaltungshinweise
4. Material für die Praxis
5. Gastrezension

1. Informationen aus dem Projekt

  • Fachtagung „Demokratie inklusive. Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung“
    Am 13. und 14. November fand in Berlin die Fachtagung „Demokratie inklusive. Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung“ statt. Sie wurde von der Koordinationsstelle des Kooperationsprojekts bei der Arbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) ausgerichtet und von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey eröffnet.
    Die Teilprojekte bei den Bundesverbänden kamen auf einem Podium zum Ende des ersten Tages zu Wort. Ein Workshop am zweiten Tag wurde von Beiratsmitglied Brigitte Netta gestaltet, die ausführlich das Kinderhaus SieKids AMBärchen vorstellte.
    https://www.duvk.de/fachtagung2018/
    https://www.caritas-amberg.de/beraten-und-helfen/kinder-jugendliche/siemens-kindertagesstaette
  • Impulspapier „Für eine Kultur des Miteinanders“
    Das erste der im Projekt angekündigten Impulspapiere ist inzwischen im Druck. Ein Plakat sowie eine begleitende Broschüre „Für eine Kultur des Miteinanders. Mit Rechtspopulismus und Rechtsextremismus umgehen“ wird mit der aktuellen Ausgabe des KTK-Aktuell an KTK-Mitgliedseinrichtungen und Träger verschickt und anschließend auch auf unserer Website eingestellt.
    Über eine ausführlichere Broschüre zum selben Thema wird derzeit viel ungerechtfertigte Empörung verbreitet. Wir stellen Sie unten unter Punkt 4 vor.

2. Fachinformationen

  • Kindergeld erhöht Inanspruchnahme der Kindertagesbetreuung
    Über die im November 2018 erschienene Studie „Kommt das Geld bei den Kindern an?“ der Bertelsmann-Stiftung wurde bereits ausführlich berichtet. Sie untersucht mit ökonometrischen Methoden die Verwendung von Landeserziehungsgeld und Kindergeld. Im Ergebnis spricht sie sich dafür aus, Sachleistungen und zweckgebundene Geldleistungen (wie beim Bildungs- und Teilhabepaket) zugunsten von bedingungslosen Geldleistungen an die Familien (wie dem Kindergeld) zurückzustellen. Zahlreiche familienpolitische Organisationen, darunter der Familienbund der Katholiken, haben sich im Anschluss für die Reform oder Abschaffung des Bildungs- und Teilhabepakets ausgesprochen. Aus Sicht der Kindertagesbetreuung ist interessant, dass durch das Landeserziehungsgeld – das in einigen Bundesländern an den Verzicht auf öffentlich geförderte Betreuung geknüpft ist – tatsächlich die Wahrscheinlichkeit zurückgeht, dass Kinder extern betreut werden (S. 32). Für das bedingungslos ausgezahlte Kindergeld ist dagegen ein positiver Effekt auf die Inanspruchnahme von Kinderbetreuung festzustellen (S. 40f.). https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/Projekte/Familie_und_Bildung/Studie_WB_Kommt_das_Geld_bei_den_Kindern_an_2018.pdf
  • Forschung zu Schwangerschaft und Flucht
    Das Fachdialognetz für schwangere, geflüchtete Frauen hat den Forschungsstand zu Schwangerschaft und Flucht in einer Expertise zusammengetragen. Behandelt werden unter anderem Schwangerschaft in der Illegalität und die Situation von Frauen in Flüchtlingsunterkünften.
    In einer zweiten Publikation gibt es Informationen zu medizinischen und psychosozialen Angeboten für schwangere, geflüchtete Frauen.
    https://www.profamilia.de/publikationen.html
  • Website der Monitoring-Stelle UN-KRK
    Die Monitoring-Stelle für die UN-Kinderrechtskonvention beim Deutschen Institut für Menschenrechte (DIMR) hat im Oktober ihre Website überarbeitet. Zu den Themen der Stelle gehören unter anderem auch Partizipation, die Forderung nach Indikatoren für Kinderrechte im Zuge der Umsetzung der Kinderrechtskonvention und Beschwerdeverfahren für Kinder. Sie verantwortet auch die „Landkarte Kinderrechte“, die Informationen über den Zugang von Kindern geflüchteter Familien zu Schule und Kindertagesbetreuung zusammenträgt.
    https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/monitoring-stelle-un-krk/

3. Veranstaltungshinweise

  • Webinar „Die Zweite Generation? Kinder in salafistisch geprägten Familien“ am 14. Dezember 2018, online
    Im Webinar der Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus (BAG RelEx) soll folgenden Fragen auf den Grund gegangen werden: Welches sind die Sozialisationsbedingungen von Kindern in salafistisch geprägten Familien? Was lernen wir aus entsprechenden bisherigen Beratungsfällen? Welche rechtlichen Aspekte gilt es zu bedenken? Wie können Zugänge zu den Eltern in geschlossenen Glaubenssystemen gelingen? Und wie können die Kinder im Sinne einer Resilienzförderung gestärkt werden? Nach einem Input wird es Raum für Diskussion geben.Die Anmeldung ist bis zum 7. Dezember unter event@bag-relex.de möglich.Die Teilnahme an der einstündigen Veranstaltung ist kostenfrei.
    http://www.bpb.de/politik/extremismus/radikalisierungspraevention/218885/termine#%E2%80%9E1412%E2%80%9C

4. Material für die Praxis

  • Broschüre der Amadeu-Antonio-Stiftung zu Ungleichwertigkeit und frühkindlicher Pädagogik
    Unter dem Titel „Ene, mene, muh – und raus bist du!“ hat die Amadeu-Antonio-Stiftung im Oktober eine Broschüre zu Rechtspopulismus und Rechtsextremismus als Themen in der Kita zusammengetragen. Sie geht auch auf den Zusammenhang von Antirassismus mit Partizipation und Bildungsgerechtigkeit und auf den Ansatz der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung ein. Anhand von Fallbeispielen aus der Praxis formuliert sie Hilfestellungen für zahlreiche Problemstellungen. Inhaltlich ist die Publikation ohne Abstriche zu empfehlen. Die Textmenge ist allerdings erheblich, so dass die über 50 Seiten mit eng gesetztem Text regelrecht vollgestopft sind. Für eine Broschüre, die sich an die Praxis richtet und der wichtige Informationen daher schnell zu entnehmen sein müssen, wäre vielleicht weniger mehr gewesen. Beispielsweise hätten einige Hintergrund-Informationen auf eine Website ausgelagert werden können – zugunsten einer übersichtlicheren Gliederung des Textes. Wer jedoch etwas Zeit mitbringen kann, um sich tiefer in das Thema einzulesen, ist mit der Broschüre gut beraten.
    http://www.gender-und-rechtsextremismus.de/aktuelles/ene-mene-muh/
    Wie bereits anlässlich einer Broschüre zu geschlechtersensibler Pädagogik im Februar fahren auch diesmal einige Zeitungen eine Kampagne gegen die Broschüre. Dabei schrecken sie auch vor Falschmeldungen nicht zurück. Die Zusammenhänge sind in diesen Artikeln zusammengefasst:
    https://uebermedien.de/33365/die-luege-von-der-schnueffel-fibel/
    http://www.belltower.news/artikel/gegendarstellung-die-amadeu-antonio-stiftung-98766
    Selbstverständlich verkennt die Kritik, Kitas hätten sich nicht für die Lebensverhältnisse von Familien zu interessieren, den gesetzlichen Auftrag, wie er sich in SGB VIII §22, Abs (2) und (3) und an vielen Stellen in Landesgesetzen und Bildungsplänen findet:
    Kitas sollen „die Erziehung und Bildung in der Familie unterstützen und ergänzen“, ihr Auftrag „bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Er schließt die Vermittlung orientierender Werte und Regeln ein.“ Dass in vielen Fällen Kindern aus rechtsextremen Familien besondere Unterstützung dabei benötigen, die Grundlagen des demokratischen Miteinanders zu erlernen und zu verinnerlichen, liegt auf der Hand.
  • Vier neue „Leon und Jelena"-Hefte
    Die bei der Bertelsmann Stiftung erscheinenden Vorlesehefte erzählen Praxisgeschichten vom Mitbestimmen und Mithandeln in der Kita. Mit den vier neuen sind insgesamt zwölf Hefte erhältlich. Sie kosten je 3 Euro zuzüglich Versandkosten.
    https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/jungbewegt/projektnachrichten/vier-neue-vorlesehefte-von-leon-und-jelena/
  • Kirchenasyl-Adventskalender
    Einen etwas anderen Adventskalender bietet die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland. Hinter jeder der vierundzwanzig Türen wird eine der Geschichten erzählt, die sonst zum Schutz der Betroffenen oft nicht öffentlich gemacht werden können. Damit soll sichtbar gemacht werden, wie das Kirchenasyl in Einzelfällen Zeit und Möglichkeit schaffen kann, ungerechte Entscheidungen neu zu bewerten.
    https://www.kirchenasyl-adventskalender.de/

5. Gastrezension: „Flucht“ von Niki Glattauer und Verena Hochleitner

  

        von Alma Schmidt      Alma Schmidt                      

Das Buch „Flucht“ ist ein Bilderbuch mit vielen bunten Zeichnungen. Die Geschichte wird von einer Katze namens E.T. erzählt, das finde ich sehr gut, weil andere Geschichten meist aus der Sicht von Kindern oder Erwachsenen erzählt werden. Es geht um eine Familie mit zwei Kindern. Die Kinder heißen Daniel und Suzie. Woher sie stammen, wird nicht erwähnt. Es geht darum, dass sie über das Meer flüchten müssen, weil es in ihrem Haus keinen Strom mehr gibt. Da waren viele Explosionen, und plötzlich war alles dunkel. Ich glaube, in dem Land ist Krieg, aber das wird nie direkt gesagt. Auf den Bildern ist ziemlich gut zu erkennen, was in der Geschichte passiert. Ich finde, die Zeichnungen sind sehr schön. Manchmal sind sie etwas gruselig. Wenn Daniel sich Geister vorstellt, sieht man große Geister abgebildet. Ein Satz, der mir in dem Buch besonders gut gefällt, ist: „Katzen haben sieben Leben.“ Der wird gleich ganz am Anfang gesagt. Ich finde, er klingt spannend und geheimnisvoll. Das Buch ist ein bisschen kompliziert geschrieben, weil am Ende Sachen erzählt werden, die sich am Anfang abgespielt haben. Außerdem erzählt die Katze, aber eigentlich ist Daniel die Hauptrolle. Auf den Bildern ist oft zu sehen, was Daniel sich vorstellt. Ich finde, er hat viel Fantasie. Zum Beispiel stellt er sich vor, dass sein Haus unter dem Wasser steht. Oder, dass er Wassergeister sieht.
Am Ende kommt heraus, dass die Familie von Europa nach Afrika geflüchtet ist, also genau andersrum, wie die Menschen in Wirklichkeit flüchten. Warum, weiß ich nicht genau. Ich denke, das Buch ist ungefähr für achtjährige Kinder geeignet, weil auch Sachen passieren, die kleinere Kinder nicht verstehen. Ich meine besonders das Ende, wo ein Gespräch von Daniels Eltern erzählt wird, das aber eigentlich am Anfang stattfindet. Ich habe das zuerst auch nicht verstanden.
Tyrolia-Verlag 2016, ISBN 978-3-7022-3560-4, 14,95 Euro.

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