Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,
hinter jedem Kind steht eine Familie mit eigener Geschichte - und keine Familie gleicht der anderen. Jede von ihnen bringt eigene Erfahrungen, Werte und Erwartungen mit. »Insgesamt ist Familie vielfältiger geworden«, schreibt Tanja Betz auf Seite 8. Sie nimmt in ihrem Beitrag aus soziologischer und erziehungswissenschaftlicher Perspektive Familien in den Blick: Was wissen wir aktuell über Familien in Deutschland? Was sagen Umfragen und Statistiken? Welche Vielfalt familialer Lebensformen und -lagen gibt es? Und vor welchen Herausforderungen stehen Familien heutzutage in der alltäglichen Lebensführung? Sylvia Zöller und Sasha Saumweber machen deutlich: »Ohne Eltern geht es nicht!« Sie erklären ab Seite 12, warum die Zusammenarbeit mit Familien das Herzstück guter Kita-Pädagogik ist, wie die Kommunikation mit Eltern gestaltet werden kann und wie es gelingt, alle Familien zu beteiligen. Christine Wagner bietet in ihrem Artikel ab Seite 16 Impulse für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Sie zeigt, warum es wichtig ist, sich als Kita-Fachkraft mit den unterschiedlichen Familienkulturen auseinander- zusetzen, und welche Möglichkeiten es gibt, Informationen über das Leben des Kindes und seiner Familie zu gewinnen. Das Team des GFO-Kindergartens und Familienzentrums Pusteblume in Olpe hat die Kinder gebeten, Szenen aus ihrem Familienleben zu zeichnen, um die Kinderperspektive zu erfassen und in Erfahrung zu bringen, wie Kinder ihre Familie sehen und was für sie in ihrer Lebenswelt bedeutsam ist. Eine Auswahl der Zeichnungen finden Sie auf den Seiten 20 und 21. Wie Biografiearbeit dazu beitragen kann, die Einzigartigkeit von Familien wertschätzend anzuerkennen und sensibel aufzugreifen, zeigt Gerlinde Ries-Schemainda sehr anschaulich ab Seite 22. Ihr Artikel bietet eine Fülle konkreter Übungen, Methoden und Reflexionsfragen.
Ihre
Irene Weber, Chefredakteurin