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KTK-Fachwochen

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2018: Wer kann Kita? Symposium zur Frage des Qualifikationsniveaus in Kindertageseinrichtungen

Die Fachwoche des KTK-Bundesverbandes vom 07. - 09. März 2018 in Mainz

 Das Symposium stellte sich den zentralen Fragen des Arbeitsfelds: Welche Fachkräfte braucht der Lebensort Kita, an dem Kinder von ihrem ersten Geburtstag bis zur Einschulung einen großen Teil ihrer Lebenszeit verbringen? Und: Wie können diese Fachkräfte gewonnen werden? Der provokante Titel griff die fachliche und fachpolitische Debatte um die Zusammensetzung multiprofessioneller Teams auf, die seit vielen Jahren mit einer mehr oder weniger eingeschränkten Perspektive geführt wird. Mit den zentralen Fragen, inwieweit auch Personen mit anderen beruflichen Abschlüssen in Kindertageseinrichtungen als pädagogische Fachkräfte anerkannt werden sollten und welche Voraussetzungen dafür erforderlich sind, haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Arbeitsfeld Kita während des Symposiums mit unterschiedlicher Verantwortung auseinandergesetzt: Träger, Kita-Leitungen, Fachberatungen, Verbände, wissenschaftliche Institute, Ausbildung, Jugendämter, Gewerkschaften sowie von der landes- und bundespolitischen Ebene

Herausforderungen

Der erste Teil der Veranstaltung skizzierte die Herausforderungen, denen das Arbeitsfeld gegenüber steht. Die arbeitsmarktpolitische Perspektive, die stark durch den Fachkräftebedarf in Kindertageseinrichtungen geprägt ist, trug Dr. Matthias Schilling von der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik (angesiedelt beim Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut und Technische Universität Dortmund) vor.

Die Zahlen der Bundesstatistik machen deutlich, dass sich das Arbeitsfeld in den letzten Jahren stark vergrößert hat. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen, erschwert allerdings dadurch, dass ein großer Teil der Fachkräfte bis 2025 aus dem Arbeitsleben ausscheiden wird. Zwar ist das Ausbildungssystem ist in den letzten Jahren ebenso gewachsen, kommt aber aus rein demografischen Gründen an seine Grenzen. Der Bedarf weiterer Betreuungsplätze sowie der Personalbedarf aufgrund von Qualitätsverbesserungen bleiben als Herausforderung bestehen.

Die "wissenschaftlich-pädagogische Perspektive" beleuchtete Dr. Christa Preissing, Direktorin des Berliner Kita-Instituts für Qualitätsentwicklung/Präsidentin der Internationalen Akademie Berlin gGmbH, Berlin. Ihrer Frage, ob die Pädagogisierung von Kindheit ein gesellschaftliches Ziel sei, fügte sie weitere Fragen hinzu, die das Aufwachsen in Kitas betreffen: Was bedeutet das "Fachkräftegebot" als unabdingbare Voraussetzung für das Aufwachsen in Kitas? Was macht die Qualität eines Teams aus?
Die gegenwärtig eher homogenen Teams sollten nach ihrer Auffassung diverser werden und der Begriff der Multiprofessionalität sollte weiter gedacht werden können. Die Konzepte der Kitas sollten stärker als bisher die Rollen von Leitung, Team und Träger thematisieren.  

Voraussetzungen

In Tisch-Debatten trugen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen, welche Voraussetzungen einer Öffnung für "neue Personengruppen" aus den Perspektiven der Akteure im Feld geschaffen werden müssen: was würde diese Öffnung für Kita-Teams, für Träger, für die Ausbildung, für die Verbände und für die Politik bedeuten?

Statements aus dem Arbeitsfeld lieferten auf dieser Basis die Reflexionsgrundlage für mögliche Lösungen. Als wichtige Bestandteile wurden genannt: Zahl der Fachkraftstunden, um die Betriebserlaubnis sicher zu stellen, Qualifizierung der "neuen Personengruppen", ihre Haltung und Teamfähigkeit, ihren Beitrag zur Konzeption der Einrichtung und notwendige Personalentwicklungsprozesse. Weitere Stichworte waren die Berufspolitik und Tarifzuordnung, alternative Ausbildungsmodelle sowie die Frage nach der Rolle der Kita als Lebensort. Die vielfältigen Anforderungen wurden zudem vor dem Hintergrund betrachtet, dass die anspruchsvolle Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsarbeit bundesweite Qualitätsstandards benötigt, die in einem Bundesqualitätsgesetz festgeschrieben sein sollten.

Lösungen

Auf der Suche nach Lösungen stellte Detlef Diskowski, Ministerialrat a.D., Potsdam, Erfahrungen und gute Gründe vor, das System in Frage zu stellen oder doch weiter und quer zu denken. Nach seiner Überzeugung sollte Ausbildung grundsätzlich tätigkeitsbegleitend sein, und der Begriff der "Multiprofessionalität" sollte weiter gedacht werden als "multipädagogisch".

Professorin Dr. Anke König, die Leiterin der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) in München, skizzierte eine Ethik pädagogischen Handelns als Voraussetzung. Die Expansion des Arbeitsfeldes Kindertagesbetreuung hat das Qualifikationsniveau der Fachkräfte nicht verschlechtert, der Trend zu größeren Teams macht Teamarbeit aber zu einem wichtigen Faktor im System.

Die Lösungsvorschläge des Symposiums, um neue Personengruppen für die Arbeit in Kitas zu gewinnen, fokussierten auf fünf Schwerpunkte: Notwendige institutionelle Voraussetzungen (inhaltlich und strukturell) in der Kita, Trägerspezifische Voraussetzungen,
Kriterien für Unterstützungssysteme, Schaffung politischer Voraussetzungen, Kriterien für die "persönliche Eignung".

Kathrin Bock-Famulla (BertelsmannStiftung, Bielefeld) griff wesentliche Gedanken des Symposiums auf: Kita gelingt, wenn unter "Teamprofessionalität" mehr verstanden wird als pädagogische Abschlüsse. Diese sichern die Qualität der Arbeit in der Kindertagesbetreuung, sie allein gewährleisten aber nicht die weitere Professionalisierung der Kindertagesbetreuung.

In seinem abschließenden Statement dankte Frank Jansen, der Geschäftsführer des KTK-Bundesverbandes, allen, die sich auf das Symposium eingelassen haben und ihre Erfahrungen, Vorschläge und Ideen eingebracht haben.

Im nächsten Schritt wird die Geschäftsstelle die Ergebnisse und Diskussionen, die während des Symposiums gesammelt wurden, für die Beratung in den Gremien des KTK-Bundesverbandes aufbereiten und vorschlagen, dass die neue Bundesdelegiertenversammlung eine Kommission einberuft, die sich mit der Weiterentwicklung der Vorschläge und deren Umsetzung befasst.


2016: Unternehmen Kita. Trägerverantwortung wahrnehmen

Die Trägertagung des KTK-Bundesverbandes vom 23. - 25. Februar 2016 in Magdeburg

"Gute Tageseinrichtungen brauchen gute Träger" - diesem Satz konnten die Teilnehmer der Trägertagung des KTK-Bundesverbands ohne Wenn und Aber zustimmen. Welche Unterstützung aber brauchen Kita-Träger angesichts kirchenstruktureller, fachpolitischer und gesamtgesellschaftlicher Veränderungen, die das Arbeitsfeld Kita beeinflussen, um ihre Trägeraufgaben kompetent und ressourcenorientiert wahrnehmen zu können? Die Veranstaltung gab Impulse und Informationen dafür.

In ihrem Vortrag "Mitten im gesellschaftlichen Leben. Kindertageseinrichtungen" konfrontierte Professorin Tanja Betz von der Goethe-Universität Frankfurt das Plenum mit der Bilder- und Symbolsprache, in der sich Kitas darstellen: Idealisierende und verklärende Namen wie "Regenbogenland", "Zwergenplanet" oder "Kinderoase" deuten eher auf Fantasie-Orte jenseits der gesellschaftlichen Wirklichkeit hin. Systematisierende Beobachtungen und Ergebnisse (erziehungs-)wissenschaftlicher Studien zeigen demgegenüber aber, dass das Arbeitsfeld in hohem Maße im Fokus politischer und gesellschaftlicher Aufmerksamkeit steht. Darüber hinaus befindet sich die Forschung zur Bildung und Erziehung in der Kindheit im Aufwind, die sich mit Fragen wie dem Nutzen von früher und frühkindlicher Bildung, entwicklungsförderlichen Rahmenbedingungen oder nachteilausgleichendem Kompetenzerwerb auseinandersetzt.

Mit der kirchlichen Perspektive setzten sich Dr. John (Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz) und Propst Werner Plantzen (KiTa Zweckverband Essen) in ihrem Dialogvortrag "Katholische Kitas als pastorale Knotenpunkte im sozialen Raum" auseinander. Mit vier Thesen skizzierten sie die vielfältige Trägerlandschaft, das Profil und die Situation katholischer Kitas zwischen Unter- und Überbeanspruchung.

Im Zentrum der Tagung stand der Markt der Möglichkeiten mit der Präsentation und Diskussion unterschiedlicher Trägermodelle und bewährter Instrumente, um Trägeraufgaben verantwortungsvoll und wirtschaftlich wahrnehmen zu können:
So wurde die Trägerstruktur für katholische Kindertageseinrichtungen im Bistum Trier (Katholische KiTa gGmbH) und ihre Entwicklung seit mehr als 15 Jahren präsentiert. Zu deren Erfolgsfaktoren gehören klare Aufgabenbereiche innerhalb der Struktur und finanzielle Unterstützung durch das Bistum.
Ähnlich wie in Trier gelten beim "Zweckverband katholischer Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Essen" als Erfolgsfaktoren die zentrale betriebswirtschaftliche, personelle und fachliche Steuerung der Kitas, die Entlastung der Pfarreien von der Betriebsträgerschaft zur Konzentration auf den pastoralen Auftrag und die Sicherung und Stärkung der Qualität der Einrichtungen.
Interessante Einblicke gewährte auch das Modell der "Katholische Kindertageseinrichtungen Ingolstadt gemeinnützige GmbH": Im Bistum Eichstätt war bereits vor mehr als 12 Jahren ein "Trägerverbundmodell" etabliert worden, um die Einrichtungen von Trägeraufgaben zu entlasten. Es zeigte sich aber, dass dieses Modell die weiter steigenden Anforderungen an Kitas und ihre Träger nicht auffangen konnte. Auf der Grundlage der vorhandenen Strukturen wurde deshalb eine gemeinnützige GmbH entwickelt, die in Ingolstadt die Trägerschaft mit allen damit verbundenen Aufgaben und Verpflichtungen übernahm.
Ausgangspunkt für die Entwicklung der "St. Martin gGmbH - Trägergesellschaft für katholische Kindertageseinrichtungen im Bistum Erfurt" war die Gebietsreform des Bistums im Jahr 2010. Um angesichts steigender (auch gesetzlicher) Anforderungen an die Träger die Pfarreien zu entlasten, um Kostentransparenz und ein klares Aufgabenprofil der Verantwortung zu schaffen, entschied sich das Bistum Erfurt für eine einheitliche Trägerstruktur auf freiwilliger Basis. Die Organisationsform "2020" verteilt die Aufgaben auf die Geschäftsstelle der gGmbH, die Kitas und die unterstützenden Fachbereiche wie beispielsweise die Fachberatung.

Als trägerunterstützendes Instrument im Bistum Münster wurde das Modell der Verbundleitung vorgestellt. Obwohl die Trägerschaften bei den katholischen Kirchengemeinden verbleiben, sorgen Verwaltungs- und Leitungsstrukturen für Entlastung der Pfarreien.
In der Erzdiözese Freiburg ist die "Kindergartengeschäftsführung" das bewährte Instrument, um die Pfarreien zu entlasten. Deren Aufgaben und Verantwortungsbereiche wurden präsentiert - und als Beispiel guter Praxis und mit einer guten Akzeptanz vorgestellt.

Die Anforderungen der Deutschen Bischofskonferenz und der Caritas als rechtliche und organisatorische Eckpunkte, um der Trägerverantwortung für katholische Kitas gerecht zu werden, rundeten die Tagung ab.
Die Teilnehmenden verließen die Veranstaltung mit einem Koffer voller Anregungen für die sogenannten kleinen oder großen Träger von Kindertageseinrichtungen.

Weiterführende Informationen finden Sie unter:
• Katholische KiTa gGmbH Trier: www.kita-ggmbh-trier.de
• KiTa Zweckverband im Bistum Essen: www.kita-zweckverband.de/
• Katholische Kindertageseinrichtungen Ingolstadt gemeinnützige GmbH:
www.kitas-ingolstadt.de/geschaeftsstelle/
• St. Martin gGmbH - Katholische Kindertageseinrichtungen im Bistum Erfurt: http://www.dicverfurt.caritas.de/76114.html
• Verbundleitungen im Bistum Münster:
http://fz.st-peter-waltrop.de/index.php/impressum/44-verbundleitungen-im-bistum-muenster
• Kindergartengeschäftsführung im Erzbistum Freiburg:
http://www.ordinariat-freiburg.de/html/kindergartengeschaeftsfuehrung592.html

2014: Ausbau gelungen - alles gut!? Nachhaltige Qualitätsentwicklung in der Arbeit mit Kindern in den ersten drei Jahren

Netzwerktagung im Rahmen der Fachwoche 2014

 "Ausbau gelungen - alles gut?" Mit dieser provozierenden Frage setzte sich die Netzwerktagung im Rahmen der Fachwoche des KTK-Bundesverbandes 2014 in Augsburg auseinander. Der rote Faden der Veranstaltung war die Frage, wie eine nachhaltige Qualitätsentwicklung in der Arbeit mit Kindern in den ersten drei Jahren aussehen muss und wie sie sichergestellt werden kann.

Aufgrund der bildungspolitischen und familienpolitischen Weichenstellung, die mit dem Ausbau von Plätzen für Kinder in den ersten drei Jahren verbunden ist, haben die Kindertageseinrichtungen verantwortbare Übergangslösungen in Kauf genommen. Der Geschäftsführer des KTK-Bundesverbands machte deutlich, dass es dabei aber nicht bleiben darf.

In den Vorträgen, Expertengesprächen und Workshops definierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Anspruch katholischer Kitas an eine hochwertige Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in den ersten drei Jahren und formulierten Forderungen zu deren nachhaltiger Umsetzung. Am Ende der Veranstaltung stand der Entwurf zu den "Augsburger Thesen", die in den Gremien des KTK-Bundesverbands nun weiterführend beraten werden.

Das Netzwerk "Kinder in den ersten drei Jahren" ist eine Initiative des KTK-Bundesverbandes. In diesem Kooperationsverbund engagieren sich Verantwortliche aus den Diözesan-Caritasverbänden für qualitativ hochwertige Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebote in katholischen Kindertageseinrichtungen. 

2010: Katholische Kindertageseinrichtungen gegen Ausgrenzung. Bildungsarbeit für mehr Teilhabe

Kinder, die in Armut leben, sind häufig ausgegrenzt und haben schlechtere Bildungschancen. Kinder mit Migrationshintergrund kommen später in die Kindertageseinrichtung. Kinder mit Behinderung bleiben oft außen vor. Der Anspruch der Fachwoche lautete: "Hinschauen, bewerten und aktiv werden".

2008: Talente fördern. Bildungsgerechtigkeit schaffen

Die Bildungsarbeit von Kindertageseinrichtungen optimieren, von Anderen lernen, politisch konsequent handeln und Verantwortung übernehmen: Mit diesen Herausforderungen setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Vorträgen, Foren und Plenumsdebatten auseinander.

2006: Kinder fördern, Eltern entlasten – eine gemeinsame Aufgabe von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege?

Das Tagesbetreuungsausbaugesetz machte den Weg frei für mehr Kindertagespflege. Auch sieht das Gesetz eine Zusammenarbeit zwischen Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege vor. Auf der Veranstaltung gaben Fachleute Anregungen für künftige Kooperationen.

Thesen für die innerverbandliche Diskussion, 2006

Warenkorb  In seiner Publikation "Ein Netzwerk für Familien: Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege wachsen zusammen" stellt der KTK-Bundesverband Praxisbeispiele und Anregungen vor.


2004: Große Pläne für kleine Leute – Reformschub für den Kindergarten

Wie gelingt der bedarfsgerechte Ausbau der Kindertagesbetreuung? Welches Bildungskonzept ist für den Elementarbereich angemessen? Wie wird die Erzieherinnen-Ausbildung der Zukunft aussehen? Wie lässt sich Qualität in Kindertageseinrichtungen feststellen, sichern und weiterentwickeln? Experten aus Politik, Wissenschaft und Praxis diskutierten mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Reformstrategien.

 

2002: Qualität ist nachweisbar

Katholische Kindertageseinrichtungen haben ein dreifaches Mandat: Sie fördern Kinder, entlasten Eltern und stiften in ihren Gemeinden Solidarität. Diese Aufgaben können sie aber nur dann umsetzen, wenn Erzieherinnen und Rechtsträger ihre Angebote und Arbeitsabläufe kontinuierlich weiterentwickeln. Auf der Fachwoche wurden die Inhalte und Methoden des KTK-Gütesiegels vorgestellt.

 

2000: Verbandliche Fachberatung und ihre Zukunft

Die Zeiten ändern sich. Neue Trägerstrukturen entstehen. Viele Kindertageseinrichtungen führen Qualitätsmanagement-Systeme ein. Kindergärten entwickeln sich zu Dienstleistungsunternehmen mit immer differenzierteren Angebotsformen. Fachberaterinnen und Fachberater sehen sich mit komplexen Beratungsanliegen konfrontiert. Vor diesem Hintergrund diskutierten wir über das Profil, die Aufgaben und die Anbindung der Fachberatung.