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Welt des Kindes

Titelthema

Eine Utopie für die Pädagogik von morgen

Orte für Kinder, Natur und Frieden!?

Katrin Macha nimmt gegenwärtige Herausforderungen in den Blick und entwirft eine Utopie für die Pädagogik der Zukunft.

Orte für Kinder, Natur und Frieden? Das sind wahrscheinlich auch für Sie nicht die Worte, die Ihnen in den Sinn kommen, wenn Sie aktuell an Pädagogik im System Kita denken, oder? In diesem Artikel möchte ich versuchen, unseren Vorstellungsraum von dem, was in der Zukunft sein könnte, zu erweitern, und eine positive Utopie entwickeln.

Eine Utopie ist ein idealer Ort, eine perfekte Vision einer Gesellschaft. Thomas Morus beschrieb in seiner »Utopia« (Morus 1516/1986) vor 500 Jahren das Leben in einer Gemeinschaft, deren Machtver­hältnisse auf Wahlen beruhen, in der Menschen zum Vergnügen lernen und nur sechs Stunden am Tag arbeiten - freiwillig, weil es sinnvoll ist. Geld gibt es in diesem Land nicht, und die Einwohner*innen von Utopia schauen irritiert auf andere Länder, in denen Gold so wichtig zu sein scheint und zu Missgunst und Habsucht führt. Morus wollte mit dieser Utopie die damals aktuellen Zustände in England kritisieren, man kann davon ausgehen, dass seine Vorstellungen von einer idealen Welt sich auf Kritisches in seiner Welt beziehen. Das scheint mir ein produktiver Weg, um sich die »Pädagogik der Zukunft« vorzustellen.

Aktuelle Herausforderungen und gesellschaftliche Missstände

Mich bewegen vor allem die folgenden Dynamiken in unserer Gesellschaft in ihren Auswirkungen auf das System Kita:

  • Im Zuge der aktuellen antidemokratischen Bewegungen müssen wir uns fragen, was passiert, wenn autokratische Mächte noch stärker werden und sich unser Gesellschaftssystem verändert. Politische Werte wie Gerechtigkeit, Demokratie, Solidarität, aber eben auch Rassismus, Nationalismus oder Kapitalismus erleben und lernen Kinder in den Institutionen wie Kitas oder Schulen. In kleinen Alltagsmomenten bekommen Kinder mit, wie sie und andere behandelt werden, und ma­chen sich daraus einen Reim, wie die Welt funktioniert. In großen Projekten und Prozessen können sich Kinder gezielt mit Werten und gesellschaftlichem Umgang auseinandersetzen und so ihre Bilder von dem Zusammenleben in unserer Gesellschaft weiterentwickeln. Das kann im Sinne einer solidarischen demokratischen Grundhaltung geschehen, aber eben auch aus einer ausgrenzenden antidemokratischen Haltung heraus.
  • Überall nehme ich eine quasi unhinterfragte Datensammlung und Digitalisierung aller Lebensbereiche wahr: Soziale Medien, Webseiten, Kran­kenkassen, Ämter et cetera sammeln digitale Daten über die Menschen. Mehr und mehr As­pekte und Abläufe in unserem Leben werden digitalisiert und über Computer gesteuert, zum Beispiel Häuser, Kalender, Reiseplanungen, Beobachtungsverfahren für Kinder, Schulnoten und vieles mehr. Das hat viele Annehmlichkeiten. Und gleichzeitig kann es zu einer massiven Beeinflussung führen, weil Menschen die dahinterliegenden Algorithmen und Bewertungen nicht mehr überblicken können. Auch sind diese Algorithmen zumindest heute noch häufig stereotyp und reduzieren Menschen auf bestimmte, von außen festgelegte Merkmale und Eigenschaften. Sie negieren die Vielfalt, Eigensinnigkeit und Komplexität des Lebens in dieser Welt.
  • Natur-Katastrophen, Klimakrise, Umweltverschmutzung zerstören oder verändern ganze Landstriche und Weltgegenden. Tiere und Pflanzen sterben oder können nicht leben und wachsen, wie sie es bräuchten. Wälder, Flüsse, Berge, Täler werden durch Einwirkungen von Menschen von ihrer selbstbestimmten Entwicklung abgehalten. Auch das Leben der Menschen auf der ganzen Welt verändert sich dadurch. Gleichzeitig haben viele Menschen den Kontakt zu Natur und Umwelt verloren und bewegen sich ausschließlich in von Menschen gestalteten Räumen.
  • Gemeinschaften, Zusammenleben und Beziehungen scheinen maßgeblich von diesen und anderen Entwicklungen in unserer Welt beeinflusst. Familien und Freund*innen halten über Kontinente hinweg Kontakt durch Video-Anrufe und Nachrichten. Die Covid­Pandemie hat Familien voneinander isoliert und Kinder massiv im Spielen und im Kontakt mit anderen Kindern gestört. Kinder erleben in vielen Institutionen wechselnde Bezugspersonen, haben selten eine Person, die sie außerhalb der Familie während ihres Aufwachsens kontinuierlich begleitet. Wie wollen wir miteinander leben? Wie gestalten wir Beziehungen in unserer heutigen Welt? Wie sorgen wir füreinander? Wie können autonomes und solidarisches Handeln ineinandergreifen?

Welche Herausforderungen und (gesellschaftlichen) Missstände treiben Sie um? In meiner Utopie versuche ich ein Gegenmodell zu beschreiben, in dem die von mir skizzierten kritischen Dynamiken kein Thema mehr sind. Was wäre Ihre Utopie? Wie lautet Ihre Vision von einer Zukunft, in der Sie finden, dass es gut ist? Halten Sie doch mal einen Moment inne und träumen Sie von Ihrer Utopia! Wie sähe das aus? Womit beschäftigen sich die Menschen? Wie leben die Menschen? Wer hätte die Macht? Was passiert mit der Natur? Wo sind Kinder und was tun sie? Versuchen Sie dabei, positiv zu beschreiben, was sein kann, und nicht zu schreiben, was nicht sein soll.

Wie sieht meine Utopie im Einzelnen aus?

In meiner Utopie herrscht Frieden. Menschen leben friedlich miteinander. Alle haben genug zu essen und zu trinken, alle haben einen Ort, an dem sie geschützt wohnen können. Die Menschen haben einen starken Bezug zur Natur, merken Wetter, Jahreszeiten und Veränderungen, sie leben in Einklang. Pflanzen wachsen, wie sie wollen, Menschen passen sich mit ihrem Leben daran an. Häuser zum Beispiel werden um Bäume herum gebaut, so dass sie ungestört wachsen können. Wasser fließt unter Wohngebäuden lang, manchmal durchs Wohnzimmer. Menschen leben in kleineren Gemeinschaften und achten aufeinander. Sie sagen sich »Guten Tag« auf der Straße. Kinder und Erwachsene helfen sich gegenseitig. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, alle können ihre Meinung beitragen und es wird darum gerungen, Lösungen zu finden, die für alle gut sind.

Die meisten Menschen arbeiten, aber sie müssen es nicht, um Geld zu verdienen. Es gibt genug von allem für alle. Neue Erfindungen zielen darauf ab, Menschen, Natur und Technik in Einklang zu bringen. Fortbewegungsmittel zum Beispiel brauchen keine Rohstoffe, sie funktionieren von selbst. Menschen nutzen Computer, Social Media und Telefone, um in Kontakt zu sein, Impulse zu bekommen oder neue Dinge zu erfahren. Menschen innerhalb der Gemeinschaften schließen sich manchmal zu kleineren Gruppen zusammen, um sich noch näher zu sein. Kinder werden häufig in diesen kleineren Einheiten geboren und aufgezogen, aber nicht nur. Menschen entscheiden sich häufig dafür, Kinder zu bekommen. Andere Menschen in der Gemeinschaft bieten Unterstützung, es wird erkundet, was das Kind braucht, und gemeinsam überlegt, wie das Kind gut aufwachsen kann.

Besondere Orte, wo Kinder zusammenkommen können

Es gibt große Gebiete in der Natur mit kleinen Häusern, in denen Kinder zusammenkommen können. Die Erwachsenen, bei denen die Kinder leben, und die Kinder handeln dabei aus, wie lange und oft die Kinder in diese Kinder-Orte gehen. Viele gehen sehr gerne dahin. In den Kinder-Orten geht es rund: Die Kinder haben viel Platz und viel Natur. Sie lernen die Pflanzen kennen und wissen, wie sie sich auch in gefährlicheren Gebieten bewegen müssen. Sie achten aufeinander und bilden selbst häufig kleinere Gruppen, in denen sie Geheimnisse teilen und gemeinsam Aufgaben und Herausforderungen bewältigen.

Es gibt Erwachsene in den Kinder-Orten, die für die Kinder sorgen, wenn sie Hilfe brauchen oder sich verletzt haben. Sie bringen sich in die Gemeinschaft im Kinder-Ort ein und haben immer spannende und interessante Geschichten zu erzählen oder bringen unbekanntes Wissen zu den Kindern, so dass diese ständig neue Sachen kennenlernen können, wenn sie wollen. Die Kinder handeln die meisten Dinge unter sich aus. Sie erleben überall, auch außerhalb des Kinder-Orts, Gerechtigkeit, Aushandlungsprozesse und gemeinsam erarbeitete Lösungen, so dass es ihnen leichtfällt, dies auch miteinander zu praktizieren. Erwachsene bringen andere Ideen ein und behalten alle im Blick. Sie haben Zeit für Gespräche und denken sich mit den Kindern gute Sachen aus.

Es wird gemeinsam entschieden, was gemacht wird

So könnte es endlos in meiner Beschreibung weitergehen. Ich merke selbst, wie ich ruhiger werde, wenn ich mir das ausmale, es macht Spaß. Da wäre ich gern, da hätte ich meine Kinder gern. Es ist entspannt, die Leute haben Freude, die Kinder werden gesehen in ihrer ganzen Persönlichkeit. Natur und Menschen sind in engem Kontakt und bei sich.

Prozesse in dem Kinder-Ort, den ich mir vorstelle, wären wahrscheinlich so wie auch jetzt im Situationsansatz: geprägt von Viel­miteinander-Sprechen und von Verstehen, was alle meinen, um dann gemeinsame Strategien zu entwickeln.

Erwachsene haben nicht das Sagen, sondern machen sich gemeinsam mit den Kindern auf den Weg. Regeln, Eingrenzungen und Rahmenbedingungen gibt es nicht und können deshalb nicht einengen. Es gibt einfach alles, was diese Gruppe von Menschen für sich braucht - das bestimmen sie aber nicht leichtfertig, sondern mit großem Bedacht und passend zu den aktuellen Themen und Bedürfnissen derer, die da zusammen sind.

Eine Person kann anfangen und anmelden, dass sie etwas genauer erkunden will. Manchmal sind das Erwachsene, oft sind es Kinder. Sie bringen das Thema ein, weisen zum Beispiel auf Ungerechtigkeiten hin oder beschreiben, was sie kennenlernen oder anders haben wollen. Alle können ihre Sichtweisen ein­ bringen, alle werden gehört, es gibt tausende Ausdrucksformen, um sich in Beziehung mit dem Thema zu setzen (es wird gemalt, getanzt,  geredet,  gelesen …). Dann wird gemeinsam entschieden, was gemacht wird. Oft ist es nur eine kleinere Gruppe im Kinder-Ort, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Aber alle bekommen mit, dass es passiert, und viele schauen mal vorbei oder machen manches mit. Es ist einfach so viel Platz, dass das geht. Anschließend zusammensitzen und überlegen, wie es war, was man noch machen könnte und was alle gelernt haben, ist selbstverständlich. Oft gemütlich beim Feuer …

Wie können wir mit dieser Vision im Kopf das System Kita gestalten?

Meine Utopie ist zugebenermaßen sehr weit weg von unseren aktuellen gesellschaftlichen Realitäten. Sich jedoch damit auseinanderzusetzen, was unsere verschiedenen Vorstellungen von gutem Leben und Arbeiten in der Kita sind und wie wir versuchen können, mit dieser Vision im Kopf das System Kita zu gestalten, scheint mir wertvoll. Allerdings sollten wir uns bewusst machen, dass unser Einflussbereich und unsere Gestaltungsmacht im System Kita nur eine bestimmte Reichweite hat, solange sich die Gesellschaft nicht verändert. Die Rolle von Kindern in der Welt ist so marginalisiert, Gewalt, Kriege, machtpolitische Entscheidungen und kapitalistische Strukturen in unseren Gesellschaften bilden den Rahmen, in dem keine solche Utopie entstehen kann. Auch wenn wir uns redlich bemühen, das Kita-System und das Leben von Kindern wird sich nur in sehr kleinem Maße ändern.

Um wirklich Veränderungen herbeizuführen, müssen wir gesellschaftliche Ungleichheiten (in Wohlstand, Zugang zu Bildung, Lebensbedingungen, Ausgrenzungen et cetera) angehen, wir müssen unterschiedliche Meinungen auf der Grundlage von gleichwürdigen Aushandlungen einladen und den Schmerz der Menschen anerkennen, die Missachtung, Ausgrenzung, Rassismus, Alleingelassen-Sein erleben. Ebenso müssen wir uns meines Erachtens als Gesellschaft Gedanken machen, welchen Platz Kinder und Familien in unserer Gesellschaft haben sollen. Ob sie mitlaufen und doch nicht berücksichtigt werden bei Entscheidungen oder ob wir fundamental anfangen, vom Wohl der Kinder und ihrer Zukunft aus zu denken und unser Miteinander genauso wie Investitionen, Politik und Strukturen entsprechend zu gestalten. Solange es so wie bisher läuft, sind unserem Handeln im System Kita Grenzen gesteckt. Das bedeutet meines Erachtens aber nicht, dass wir nichts tun können oder dass wir nicht weiter an den Veränderungen im System Kita arbeiten sollten. Weit gefehlt! Doch es ist sinnvoll - und kraftschonend -, wenn wir uns dabei klarmachen, wo andere Machtbewegungen Einfluss auf unser System nehmen.

Auf Gutes besinnen - zurück in die Zukunft

Gleichzeitig gibt es in den vergangenen 60 Jahren (und davor!) eine Fülle von großartigen Entwicklungen, Erkenntnissen und Erfahrungen aus der Pädagogik und der Kita-­Landschaft, die zumindest auch in meiner Utopie Platz haben und in der Weiterentwicklung des Systems Kita ein Fundament bilden können.

Vieles in dieser Utopie sind Aspekte, die mir im Situationsansatz und in vielen Büchern über das Leben und Arbeiten in Kitas begegnet sind. (siehe Grafik oben).

Wie ändert sich Ihre Utopie, wenn Sie diese Begriffe lesen? Welche Kernkonzepte oder Kernideen wollen Sie noch in Ihre Utopie mitnehmen?

Lassen Sie uns daraus Zukunft bauen. Lassen Sie uns neue Wege gehen, von denen wir nicht mal ahnen, dass es sie gibt. Lassen Sie uns hören, welche Utopien die Kinder entwickeln. Lassen Sie uns unsere Utopien mit den Ideen der Kinder erweitern.

Antoine de Saint-Exupéry führt in seinem Buch »Die Stadt in der Wüste« (Saint-Exupéry 2009) aus, was dann wunderbar in folgender Metapher zusammengefasst wird: Wenn du ein Schiff bauen willst, dann beginne nicht damit, Menschen zusammenzutrommeln, um Holz zu suchen, Bretter zu schneiden und weitere Arbeiten zu verteilen. Erwecke in ihnen die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.

Mögen unsere Utopien die Kraft der Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer haben!

 

Katrin Macha
Dipl.-Pädagogin, Direktorin im Institut für den Situationsansatz an der Internationalen Akademie Berlin gGmbH (ISTA).

 

Literatur

  • Morus, Thomas (1986): Utopia (Reclams Universalbibliothek Band 513); Ditzingen: Reclam
  • Saint-Exupéry, Antoine de (2009): Die Stadt in der Wüste; Düsseldorf: Karl Rauch Verlag

 

Welt des Kindes Ausgabe 05/2025
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