Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,
populistische Parolen und demokratiefeindliche Haltungen machen auch vor der Kita nicht Halt. Warum diese unvereinbar sind mit christlichen Werten und wie die Antwort kirchlicher Kitas auf Rassismus, Abwertung und Ausgrenzung lauten muss, erklärt die Theologin und Sozialethikerin Ursula Wollasch in ihrem Beitrag »Katholisch, christlich, universal« ab Seite 8. Sie macht deutlich: Als Ebenbild Gottes haben alle Kinder die gleiche Würde und daraus resultiert das Recht, sich in Vielfalt, individuell unterschiedlich zu entfalten, ohne Rangfolgen und ohne Ausgrenzung. Und diese Würde ist nicht verhandelbar!
Welche Verantwortung Kita-Träger in diesem Zusammenhang haben und was sie tun können, um ihre Einrichtungen zu unterstützen, zeigt Ulrike Tiedtke ab Seite 13. Dabei nimmt sie zum einen präventive Maßnahmen in den Blick, zum anderen stellt sie mögliche Interventionsmaßnahmen im Falle von konkreten Vorkommnissen vor. Ihr Resümee lautet: Als Trägervertretung ist es »nicht nur notwendig, sondern verpflichtend, für unsere Werte von Gleichwertigkeit und Gleichwürdigkeit aller Menschen (…) einzutreten«.
»Unsere grundlegenden Werte sind demokratische Werte!«, betont Sandra Hörner, Vorständin des Dachverbands der Stuttgarter Eltern-Kind-Gruppen e. V., im Interview ab Seite 17. Sie unterstreicht: »Es ist unbedingt wichtig, sich zu besinnen: Wofür stehen wir als Kita? Welcher Ort für Kinder wollen wir sein? Was sind unser Grundüberzeugungen und wie drücken sie sich im pädagogischen Alltag aus?« Im Artikel »Aktiv werden bei Ungerechtigkeiten« ab Seite 21 zeigt Emel Ertem sehr anschaulich, was Kinder aus dem Handeln, aber auch aus dem Schweigen der Erwachsenen lernen und welche Voraussetzungen notwendig sind, um Kinder im Kita-Alltag vor Diskriminierung zu schützen.
Ihre
Irene Weber, Chefredakteurin