Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,
Sprache ist für Kinder ein Mittel, sich die Welt zu erschließen - Schritt für Schritt, Wort für Wort. Mit ihr können sie Fragen stellen, ihre Bedürfnisse ausdrücken und Beziehungen zu anderen aufbauen. Durch sprachlichen Austausch lernen sie, ihre Umwelt besser zu verstehen und sich in ihr zurechtzufinden. Deshalb ist sprachliche Bildung in der Kita so wichtig: Sie legt den Grundstein für ein breites Bildungsfundament.
Iris Wortmann skizziert in ihrem Beitrag ab Seite 8 zentrale Aspekte der Sprachentwicklung, damit pädagogische Fachkräfte typische Entwicklungsschritte erkennen, individuelle Unterschiede einordnen und alle Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung unterstützen können. Rainer Strätz nimmt uns ab Seite 16 mit auf eine Entdeckungsreise zu unterschiedlichen Facetten und Funktionen von Sprache ‒ und zeigt anhand vieler Beispiele, wie eine alltagsintegrierte Sprachbildung in der pädagogischen Praxis aussehen kann. Wie können Fachkräfte mehrsprachig aufwachsende Kinder wertschätzend und ressourcenorientiert begleiten? Bei der Beantwortung dieser Frage räumt Sophie Koch ab Seite 12 mit einigen falschen Vorstellungen und Annahmen über mehrsprachiges Aufwachsen von Kindern auf und verrät, was sich hinter dem Begriff Linguizismus verbirgt. Für sie ist Haltung der Schlüssel im Umgang mit Mehrsprachigkeit in der Kita. Kathrin Wittig wirft, gemeinsam mit SprachKitaFachkräften, einen Blick zurück auf zehn Jahre Bundes beziehungsweise Landesprogramm SprachKita. Ab Seite 22 schildern sie, inwiefern Träger und Kommunen, Einrichtungen und Teams, Kinder und Familien von dem Programm profitier(t)en.
Bei allen Artikeln in diesem Heft wird deutlich: Eine wertschätzende und sprachlich anregende Umgebung unterstützt alle Kinder - unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Sprachstand.
Ihre
Irene Weber, Chefredakteurin